
Erfolgsgeschichte: Création Gross, Arbeitgeber in Hersbruck
Unsere Erfolgsgeschichten: Création Gross, Arbeitgeber in Hersbruck
Wir wollen dem Fachkräftemangel entschlossen begegnen. Dazu lohnt sich auch der Blick über den Tellerrand. Thomas Steinhart ist Geschäftsführer bei Création Gross, einem großen Bekleidungshersteller in Hersbruck bei Nürnberg. Im Interview berichtet er, wie sein Unternehmen gezielt internationale Talente anspricht und diese langfristig für sich gewinnt.
Was ist für Sie der größte Vorteil daran, internationale Talente einzustellen?
Natürlich stellen auch wir den Fachkräftemangel in verschiedenen Bereichen fest. Es gibt einfach Positionen, die eine bestimmte Expertise erfordern. Die internationalen Kandidaten sind in der Regel sehr qualifiziert. Da kommt zusätzliches Knowhow ins Unternehmen und wir profitieren von der Internationalisierung.
Jede neue Kultur stellt für uns eine enorme Bereicherung dar. Es gibt bei uns beispielsweise Abteilungen, die nur noch Englisch miteinander sprechen. Wir sind da in unseren Mindsets und Herangehensweisen sehr offen geworden.


Sie exportieren in 48 Länder weltweit. Konnten Sie dabei vom Erfahrungsschatz Ihrer internationalen Mitarbeiter profitieren?
Ja, natürlich! Gerade das Sprachthema ist eine sehr wertvolle Ressource.
Aber noch mehr helfen uns die Leute beim Thema Import. Dabei ist der Kontakt zu Behörden
oder die Kenntnis der Landessprache von unschätzbarem Wert für uns.
Auf welche Hürden sind Sie bei der Ansprache internationaler Fachkräfte gestoßen?
Der Prozess der Fachkräfteeinwanderung ist bürokratisch und langwierig. Vor allem Bildungsabschlüsse aus dem Ausland anerkennen zu lassen, dauert oft mehrere Monate. Die Bürokratie in den Herkunftsländern ist teilweise nicht weniger kompliziert. Auch wenn man schon mehrere Verfahren aus verschiedenen Herkunftsländern gemeistert hat, steht man beim nächsten Verfahren doch wieder vor einer neuen Herausforderung.
Ohne die Unterstützung der Industrie- und Handelskammer geht es nicht. Auch die regionalen Ausländerbehörden, in unserem Fall das Landratsamt, sind uns hier eine große Hilfe. Bei der Ansprache von ausländischen Kandidaten geht es fast immer nur über Vermittlungsagenturen und spezialisierte Dienstleister – verbunden mit hohen Kosten. Hier würden wir uns noch mehr Netzwerkmöglichkeiten wünschen.


Wie unterstützen Sie internationale Fachkräfte beim Ankommen in der Region?
Wir kümmern uns um den kompletten Visumsprozess auf deutscher Seite, organisieren den Umzug und übernehmen sämtliche Kosten dafür. Für die erste Zeit in Deutschland stellen wir Wohnungen zur Verfügung, kümmern uns um Kindergärten und Schulen für die Kinder sowie Sprachkurse. Aber auch bei Alltagsdingen sind wir zur Stelle und helfen, Bankkonten einzurichten, Hausarztbesuche zu organisieren, Sportvereine zu finden oder den Führerschein anerkennen zu lassen. Die Mitarbeiter starten in einer neuen Kultur nochmal fast von Null – da braucht es schon eine intensive Unterstützung am Anfang.
Aus Ihrer Sicht: Was zeichnet Création Gross als bayerisches Unternehmen aus im Umgang mit internationalen Mitarbeitern?
Bei uns arbeiten etwa 40 Nationalitäten, unsere Beschäftigten sprechen insgesamt 36 Sprachen, ab und an auch Fränkisch und Bayerisch. Wir versuchen, die Leute von Anfang an in alles einzubinden, egal ob beim Yoga oder den Firmenfeiern. Wichtig ist, dass schnell ein Gefühl von Ankommen und Dazugehören entsteht. Das gelingt uns ganz gut, denke ich.Wir haben schon einige Fachkräfte aus dem Ausland zu uns geholt und vernetzen sie schon während des Visumsprozesses miteinander. Untereinander werden sehr wertvolle Tipps weitergegeben und auch Ängste genommen. Es ist ein gutes Zeichen, dass die „älteren“ internationalen Fachkräfte immer noch bei uns sind und weiter gerne für uns arbeiten.

Arbeitgeber-Unterstützung in Bayern
Die Zentrale Stelle für die Einwanderung von Fachkräften steht Arbeitgebern für alle Fragen rund um die Fachkräfteeinwanderung und die damit verbundenen Prozesse zur Verfügung! Die dort ebenfalls verlinkte Koordinierungs- und Beratungsstelle Berufsanerkennung (KuBB) berät rund um das Thema Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.
Taskforce Fachkräftesicherung FKS+
Die Taskforce Fachkräftesicherung FKS+ unterstützt bei der Gewinnung von Fachkräften aus der EU und Drittstaaten.