Biomasse in Bayern
Bioenergie leistet mit über 60 Prozent den größten Anteil an der erneuerbaren Energieerzeugung in Bayern. Der Anteil der Biokraftstoffe an den im Straßenverkehr eingesetzten erneuerbaren Energien liegt bei über 80 Prozent. Über 80 Prozent der aus erneuerbaren Energien erzeugten Wärme und rd. 20 Prozent des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms werden aus Biomasse gewonnen.
Bedarfsgerechte Stromerzeugung
Bioenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Sie ist flexibel einsetzbar und kann zum Ausgleich schwankender Stromeispeisung aus fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen beitragen.
Mit dem EEG 2017 wurden die Bioenergie Ausschreibungen eingeführt. An den Ausschreibungen können sich Neu- und Bestandsanlagenbeteiligen. Bestandsanlagen können so eine Anschlussförderung von 10 Jahren erhalten.
Mit dem Flexibilitätszuschlag und den Qualitätskriterien für Flexibilität tragen die Biogasanlagen mit Vor-Ort-Verstromung immer mehr zur bedarfsgerechten Stromerzeugung bei.
Mit dem im Jahr 2024 neu aufgelegten Förderprogramm BioMeth Bayern wird die Clusterung von Biogasanlagen und die Einspeisung von Biomethan aus aufbereitetem Biogas ins Erdgasnetz gefördert. Das Programm unterstützt ebenso die Errichtung von Biogasleitungen, mit denen Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung direkt vor Ort genutzt werden kann.
In Bayern ist in 2.737 Biogasanlagen mittlerweile eine Leistung von rd. 1.400 Megawatt installiert. Die Stromerzeugung aus Bioenergie belief sich 2024 auf 8,6 TWh. Fast zwei Drittel der in Bayern genutzten erneuerbaren Energien stammen aus Biomasse.
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Weitere Informationen
„Die Energiewende liegt vor unserer Haustür. Energieträger wachsen schon immer auf Feldern und in Wäldern und die Sonne scheint an über 1700 Stunden im Jahr in Bayern. Diese Ressourcen effizient und kostengünstig zu nutzen, ist der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg.“

Wärme aus Biomasse
Holz ist der wichtigste erneuerbare Energieträger für die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien. Als Scheitholz, Hackschnitzel oder in Form von Pellets wird Holz umweltfreundlich und mit hohen Wirkungsgraden verwertet. So werden in Bayern – überwiegend in Form von Scheitholz und Holzhackschnitzeln - jährlich etwa 19,3 Mio. Festmeter Holz (inkl. Altholz) energetisch genutzt. Dies erfolgt vorwiegend zur dezentralen Wärmeerzeugung in Haushalten.
Um die klimafreundliche Nutzung von Wärme aus Holz voranzubringen, hat das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie die Veranstaltungsreihe "Heizen mit Holz" ins Leben gerufen. Wesentlicher Bestandteil sind Informationsveranstaltungen des Beratungsnetzes des Ministeriums. Hierbei werden Interessierte über die Vorteile beim Heizen mit Holz informiert.
Mit dem im Jahr 2023 neu aufgelegten Förderprogramm BioWärme Bayern für Biomasseheizwerke und zugehörige Wärmenetze unterstützt Bayern die Wärmeerzeugung aus regional verfügbarem Holz auf der Nachbarschafts- und Quartiersebene. Förderfähig im Rahmen von BioWärme Bayern sind Biomasseheizwerke mit einer Nennwärmeleistung von mindestens 60 Kilowatt sowie Wärmetrassen und Hausübergabestationen von Wärmenetzen, die mit den geförderten Biomasseheizwerken in Verbindung stehen. Weitere Informationen können Sie auf der Förderungsseite der Energieförderung finden.
Pakt Holzenergie Bayern
Ob als Wärmequelle für Wärmenetze, Kessel im Heizungskeller oder Kaminofen: Holzenergie steht verlässlich zur Verfügung und eignet sich auch bestens für das Zusammenspiel mit anderen Formen der Wärmeerzeugung wie etwa solarthermischen Anlagen oder Wärmepumpen. Für Kommunen, die sich derzeit mit dem Neubau, der Erweiterung oder der Umstellung von Wärmenetzen befassen, ist die Holzenergie daher häufig eine wertvolle Option. Gemeinsam mit Vertretern der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft, der Holzenergiebranche, des Bauernverbands sowie der Kommunen hat der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Rahmen einer Auftaktsitzung am 31. Januar 2024 einen „Pakt Holzenergie Bayern“ in die Wege geleitet.
Ziel des Paktes ist es, die energetische Nutzung von Holz – insbesondere im Rahmen der Wärmewende – zu stärken und weiterzuentwickeln. Am Pakt beteiligt sind neben der Bayerischen Staatsregierung die folgenden Partner:
- Bayerischer Waldbesitzerverband e. V.
- Bayerischer Bauernverband KöR
- Familienbetriebe Land und Forst in Bayern e. V.
- Bayerischer Städtetag KöR
- Bayerischer Gemeindetag KöR
- Berufsverband der Forstunternehmer in Bayern e. V.
- Fachverbands Holzenergie im Bundesverband Bioenergie e. V.
- Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e. V.
Dem Pakt Holzenergie Bayern sind zudem die folgenden Kooperationspartner beigetreten:
- Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V.
- Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V.
- Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern
- Deutsche Säge- und Holzindustrie
Die feierliche Unterzeichnung des „Pakt Holzenergie Bayern“ fand am 2. Mai 2024 in der Benediktinerabtei Kloster Ettal statt. Am 14. Mai 2024 wurde der Pakt Holzenergie Bayern im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin vorgestellt.
Um den Pakt Holzenergie Bayern mit Leben zu füllen werden im Jahr 2024 zahlreiche Veranstaltungen in Bayern durchgeführt. Ziel der Veranstaltungen ist die Vermittlung von Informationen sowie die Vernetzung der Zielgruppen, z. B. Kommunen im Zuge der Wärmewende. Im Rahmen der Veranstaltungen werden auch zahlreiche Beispiele erfolgreicher Projekte vorgestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Veranstaltungen in der Übersicht. Die Durchführung der Veranstaltungen erfolgt über C.A.R.M.E.N. e. V., LandSchafftEnergie+ im Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) sowie über das Projekt „Waldschutz – Klimaschutz – Moderne Holzenergie“ (WaKlimHo).
Datum | Ort | Titel / Thema | Zielgruppen | Weitere Informationen |
26. März 2024 | Horgau, Landkreis Augsburg | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwaben | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen | |
17. Juni 2024 | Mertingen, Landkreis Donau-Ries | Südbayerisches Forum zum Pakt Holzenergie / Thema: Heizwerke und Wärmenetze mit begleitender Unternehmensausstellung | Kommunen, Anlagenbetreiber, Unternehmen und Dienstleister aus den Bereichen Wärmenetze, Anlagentechnik | Rückblick auf die Veranstaltung |
25. Juli 2024 | Adelsdorf, Landkreis Erlangen-Höchstadt | Regionales Netzwerkforum Holzenergie der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, Praxisbeispiel: Gemeindewerke Adelsdorf | Forstliche Zusammenschlüsse, Kommunen, Presse | |
15. Oktober 2024 | Neuenmarkt, Landkreis Kulmbach | Regionale Veranstaltung im Landkreis Kulmbach, Oberfranken | Forstliche Zusammenschlüsse, Kommunen, Energieberater und -agenturen | Rückblick auf die Veranstaltung |
24. Oktober 2024 | Waldmünchen, Landkreis Cham | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen | Rückblick auf die Veranstaltung |
5. November 2024 | Reichersbeuern, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberbayern | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen | Flyer Einladungsschreiben |
12. November 2024 | Herrieden, Landkreis Ansbach | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfranken | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen | Flyer Einladungsschreiben |
26. November 2024 | Tirschenreuth, Landkreis Tirschenreuth | Nordbayerisches Forum zum Pakt Holzenergie / Thema: Erzeugung von Prozesswärme für Unternehmen | Unternehmen, Energiedienstleister, Anlagenbetreiber | Rückblick auf die Veranstaltung |
21. Januar 2025 | Landkreis Deggendorf | Statusseminar Holzvergasungsanlagen / Thema: Holzvergasungsanlagen: Neuerungen, Projekte und Entwicklungen | Fachöffentlichkeit, potentielle Betreiber | |
Königsberg i. Bay., Landkreis Haßberge | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Unterfranken | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen | ||
Dingolfing, Landkreis Dingolfing-Landau | Regionale Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern | Forstliche Zusammenschlüsse, Waldbesitzer, Kommunen |
Stand: 7.11.2024, im Zuge der weiteren Vorbereitung der Veranstaltungen können sich Änderungen ergeben.
Über die oben aufgeführten Veranstaltungen hinaus führt LandSchafftEnergie+ am TFZ insbesondere während der Heizungssaison regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Heizen mit Holz durch.
Erklärung “Nutzung der nachhaltigen Holzenergie”
Auf Initiative Bayerns hat sich ein Bündnis aus waldreichen Bundesländern sowie Bundes- und Landesverbänden aus den Bereichen Waldbesitzer, Säge- und Holzindustrie, Heizungsindustrie, Handwerk und Holzenergie formiert, um gegenüber der Bundespolitik für eine Stärkung und Weiterentwicklung der nachhaltigen Holzenergie einzutreten.
Am 17. Januar 2025 wurde in diesem Zusammenhang die Erklärung „Nutzung der nachhaltigen Holzenergie“ von den beteiligten Landesministerinnen und Landesministern sowie den Vertreterinnen und Vertretern der teilnehmenden Bundes- und Landesverbände in Berlin auf der Grünen Woche unterzeichnet.
Die unterzeichnete Fassung der Erklärung „Nutzung der nachhaltigen Holzenergie“ können Sie sich hier herunterladen.
Biokraftstoffe
Biokraftstoffe leisten den Hauptbeitrag zum Klimaschutz im Verkehr: Ihr Anteil liegt bei über 80 Prozent an allen erneuerbaren Energien im Verkehr. Biokraftstoffe sind eine verfügbare und nachhaltige Technologie zur Treibhausgasvermeidung im Verkehr. Sie vermindern den CO2-Ausstoß im Verkehr jährlich um über 11 Millionen Tonnen.
Biokraftstoffe sind Kraft- und Brennstoffe, die auf Basis von Biomasse hergestellt werden. Konventionelle Biokraftstoffe werden aus Feldfrüchten wie Raps, Mais oder Zuckerrohr gewonnen. Dabei fallen Nebenprodukte an: z.B. Rapsschrot oder Schlempe. Diese Koppelprodukte sind wertvolle Eiweißfuttermittel, der Rest kann als Dünger, in der Chemieindustrie oder energetisch in einer Biogasanlage genutzt werden. Fortschrittliche Biokraftstoffe werden aus Rest- und Abfallstoffen wie Altspeiseölen, Stroh, Mist oder Gülle hergestellt.
Fortschrittliche Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen (60 Prozent der Ausgangsstoffe) werden immer wichtiger für die Energiewende, können aber die große Menge der Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen (40 Prozent) noch nicht ersetzen.
Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie setzt sich für geeignete politische Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe gegenüber der Bundesregierung ein. Für Bayern sind erneuerbare Kraftstoffe ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Technologiemixes im Verkehr.
Erneuerbare Flugkraftstoffe
Gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus Industrie und Forschung treibt das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie den Markthochlauf von erneuerbaren, nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF = Sustainable Aviation Fuels) voran. Dabei unterstützt das Ministerium sowohl Forschungs- als auch Pilotprojekte zur Herstellung von biogenem und synthetischem Kerosin. Ziel ist es, in Bayern eine industrielle Produktionsanlage für Erneuerbares Kerosin auf die Beine zu stellen.
Gleichzeitig begleitet das Bayerische Wirtschaftsministerium den europäischen und nationalen Rechtsrahmen zur Regulierung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Vor diesem Hintergrund wurde ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das einen Überblick über den relevanten Rechtsrahmen der Klassifizierung, Produktion, Zertifizierung und Verwendung von Erneuerbaren Flugkraftstoffen gibt und konkrete Fragestellungen erörtert.
Ziele im Energieprogramm und im Aktionsprogramm Energie
Der Energieträger Biomasse soll bis zum Jahr 2025 einen Beitrag von 14 bis 16 Prozent zur Bruttostromerzeugung in Bayern leisten. Dieses Ziel ist aktuell mit 14,6 Prozent bereits erreicht. Um dieses Ziel zu halten und die installierte Leistung von Biomasse bis 2030 auf 2,2 GW zu erhöhen, müssen im EEG die Rahmenbedingungen für die Stromerzeugung verbessert werden. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien bei der Wärmebereitstellung auf 50 Prozent zu erhöhen.
Bis 2022 wollten wir die Wärmeerzeugung vor allem mit Holz auf einen Anteil von 20 Prozent an der Gesamtwärmeerzeugung steigern. Diesen Anteil hatten wir 2022 bereits überschritten und haben nun 2023 hatten einen Anteil von rund 24 Prozent erneuerbare Wärme aus Bioenergie an der gesamten Wärmebereitstellung.
Um den Anteil erneuerbarer Energien aus Biomasse auch im Bereich Kraftstoffe zu erhöhen, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen (wie zum Beispiel die THG-Quote) weiter angepasst und schnell gesteigert werden.
Förderung
Das Förderprogramm BioWärme Bayern unterstützt die Wärmegewinnung aus Biomasse und fördert zugehörige Wärmenetze.
Energie-Atlas Bayern
Der interaktive Energie-Atlas Bayern liefert umfassende Informationen zum Energiesparen, zur Energieeffizienz und zu erneuerbaren Energien.
Weitere Informationen
Informieren Sie sich im Beraternetzwerk LandSchafftEnergie
C.A.R.M.E.N. e.V., das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk, bietet unterschiedliche Dienstleistungen für land- und forstwirtschaftlich Beschäftigte, Kommunen und die öffentliche Hand, Forschung, Unternehmen sowie Privatpersonen an.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Nachwachsende Rohstoffe in Bayern